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Georg Friedrich Daumer

Nürnberg 1800 -
Würzburg 1875


Georg Friedrich Daumer studiert ab 1817 Theologie in Erlangen, wo er sich einem pietistischen Studentenzirkel anschließt, dem auch der spätere Philosoph Ludwig Feuerbach angehört. Da seine Predigtkonzepte von seinen Professoren entweder als zu rationalistisch oder als zu mystisch kritisiert werden, bricht er das Theologiestudium ab und studiert fortan in Leipzig Philologie.
1823-28 ist Georg Friedrich Daumer als Gymnasialprofessor in Nürnberg tätig. 1828-31 ist er Lehrer des berühmten Findlings Kaspar Hauser, von dem Georg Friedrich Daumer annimmt, dass es sich bei ihm um den 1812 geborenen Sohn des Großherzogs Karl von Baden handeln könne, und über dessen mysteriöse Herkunft und Entwicklung er vier Abhandlungen publiziert. Ab 1832 beginnt er insbesondere religionsphilosophische Schriften zu veröffentlichen, in denen er, beeinflusst durch die Schriften von Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, das protestantische Christentum, insbesondere den Pietismus, scharf kritisiert.
1847 erscheint sein Hauptwerk "Die Geheimnisse des christlichen Alterthums", in dem Daumer, anders als später z. B. Friedrich Nietzsche, auch die Person Jesu kritisiert. Seine eigene, stark romantisch geprägte Weltanschauung beschreibt Georg Friedrich Daumer selbst als Theistischen Naturalismus bzw. Materialismus. Obwohl er als Gegner des Theologen und Philosophen David Friedrich Strauß gilt, ist Daumer im Bezug auf die Art und Weise seiner Bibelkritik als dessen Vorgänger zu betrachten.
Neben seinen religionsphilosophische Schriften veröffentlicht er auch Liebeslyrik und Übersetzungen orientalischer Gedichte, u. a. "Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte" (1846), in denen er die Gedichte des Hafis, einem persischen Dichter und Mystiker des 14. Jahrhunderts, übersetzt. Viele seiner Gedichte und Übersetzungen werden von Johannes Brahms vertont, wodurch sie bis heute bekannt geblieben sind. 1856 zieht er nach Frankfurt am Main, später nach Würzburg, wo Georg Friedrich Daumer bis zu seinem Tod als Privatgelehrter wirkt.


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